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Blasenkatheter Arten: welche Katheter es gibt und wann sie eingesetzt werden

Wenn du oder ein Angehöriger einen Blasenkatheter braucht, hörst du schnell viele Fachbegriffe: transurethral, suprapubisch, Einmalkatheter, Dauerkatheter. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Grundsätzlich hat jeder Katheter dieselbe Aufgabe: Er leitet den Urin aus der Blase ab, wenn das auf natürlichem Weg nicht mehr klappt. Wie ein Katheter das im Detail macht, liest du im Ratgeber Wie funktioniert ein Blasenkatheter. Hier geht es darum, welche Arten es gibt und wann sie zum Einsatz kommen. So verstehst du besser, welcher Katheter in deiner Situation infrage kommt, und kannst mit deinem Arzt oder deiner Pflegekraft auf Augenhöhe sprechen.

Das Wichtigste in Kürze

Blasenkatheter werden nach drei Merkmalen unterschieden: nach dem Zugangsweg (transurethral durch die Harnröhre oder suprapubisch durch die Bauchdecke), nach der Tragedauer (Einmalkatheter zum sofortigen Entfernen oder Dauerkatheter zum Verbleiben) und nach Bauform und Material (zum Beispiel Nelaton- oder Tiemann-Spitze, aus Latex oder Silikon). Welcher Katheter zu dir passt, entscheidet dein Arzt je nach Ursache, Situation und Dauer der Versorgung.

Die vier wichtigsten Katheter-Arten im schnellen Überblick:

1

Transurethraler Einmalkatheter

Wird durch die Harnröhre eingeführt, entleert die Blase und wird sofort wieder entfernt. Ideal zur regelmäßigen Selbstentleerung.

2

Transurethraler Dauerkatheter

Bleibt über die Harnröhre in der Blase und wird über einen kleinen Ballon fixiert. Für eine längere Ableitung des Urins.

3

Suprapubischer Katheter

Wird vom Arzt über die Bauchdecke direkt in die Blase gelegt. Schont die Harnröhre und eignet sich für eine dauerhafte Versorgung.

4

Intermittierender Selbstkatheterismus

Du führst den Einmalkatheter mehrmals täglich selbst ein. Nach kurzer Anleitung ist das im Alltag gut umsetzbar.

Nach dem Zugangsweg: transurethral oder suprapubisch

Das erste Unterscheidungsmerkmal ist, auf welchem Weg der Katheter in die Blase gelangt.

Transurethraler Katheter

Der transurethrale Katheter wird durch die Harnröhre in die Blase geführt. Das ist der häufigste Weg. Er lässt sich ohne Operation legen und eignet sich sowohl für die kurzfristige als auch für die längere Anwendung.

Suprapubischer Katheter

Der suprapubische Katheter, auch Bauchdeckenkatheter genannt, wird vom Arzt über einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke direkt in die Blase gelegt. Er schont die Harnröhre und wird oft gewählt, wenn ein Katheter dauerhaft nötig ist oder die Harnröhre nicht genutzt werden kann.

Nach der Tragedauer: Einmalkatheter oder Dauerkatheter

Das zweite Merkmal ist, wie lange der Katheter in der Blase bleibt.

Einmalkatheter

Ein Einmalkatheter wird eingeführt, entleert die Blase und wird sofort wieder entfernt. Danach wird er entsorgt. Diese Methode heißt intermittierender Katheterismus. Führst du den Katheter selbst ein, spricht man vom intermittierenden Selbstkatheterismus, kurz ISK. Nach einer kurzen Anleitung ist das für viele Betroffene gut in den Alltag integrierbar.

Dauerkatheter

Ein Dauerkatheter, auch Verweilkatheter genannt, bleibt über einen längeren Zeitraum in der Blase. Damit er nicht herausrutscht, wird er über einen kleinen mit Flüssigkeit gefüllten Ballon fixiert. Diese Bauform heißt Ballonkatheter oder Foley-Katheter. Der abgeleitete Urin sammelt sich in einem Urinbeutel.

Nach Bauform und Material

Auch bei Spitze und Material gibt es Unterschiede, die für den Komfort wichtig sind.

Form der Katheterspitze

Die häufigste Form ist der Nelaton-Katheter mit einer geraden, abgerundeten Spitze. Der Tiemann-Katheter hat eine leicht gebogene Spitze und wird oft bei Männern eingesetzt, etwa bei einer vergrößerten Prostata, weil er sich leichter einführen lässt.

Material und Beschichtung

Katheter bestehen meist aus Silikon oder Kunststoff, seltener aus Latex. Viele Einmalkatheter sind hydrophil beschichtet. Diese Schicht wird mit Wasser aktiviert und macht den Katheter gleitfähig, was das Einführen angenehmer und schonender macht.

Größe in Charrière

Die Dicke eines Katheters wird in Charrière angegeben, abgekürzt Ch, teils auch French oder Fr. Ein Charrière entspricht einem Drittel Millimeter. Welche Größe passt, hängt von Alter und Anatomie ab und wird ärztlich festgelegt.

Welcher Blasenkatheter passt zu wem?

Welche Art von Katheter die richtige ist, hängt von mehreren Dingen ab: von der Ursache, der voraussichtlichen Dauer, deiner Beweglichkeit und deinen persönlichen Vorlieben. Ein Einmalkatheter gibt dir viel Freiheit im Alltag, ein Dauerkatheter nimmt dir das mehrmalige Einführen ab.

Die Entscheidung triffst du nicht allein. Dein Arzt oder deine Pflegekraft wählt gemeinsam mit dir die passende Lösung aus. Wichtig ist, dass du dich mit dem Katheter sicher und wohl fühlst.

Fazit

Blasenkatheter unterscheiden sich vor allem im Zugangsweg, in der Tragedauer und in Bauform und Material. Transurethral oder suprapubisch, Einmal- oder Dauerkatheter, Nelaton oder Tiemann: Für jede Situation gibt es die passende Lösung.

Wenn du die Unterschiede kennst, verlierst du die Scheu vor den Fachbegriffen und kannst gemeinsam mit deinem Behandlungsteam die richtige Wahl treffen. So findest du einen Katheter, der zu deinem Leben passt.

Häufige Fragen zu Blasenkatheter-Arten

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder eine Ärztin.