Inkontinenz- Versorgung bei Rollstuhlfahrern

Welche Hilfsmittel für Rollstuhlfahrer mit Inkontinenz?

Die Versorgung einer Harninkontinenz ist bei querschnittsgelähmten oder bewegungseingeschränkten Personen mit vielen Problemen verbunden.

Beispielsweise erweist sich das Anlegen und Wechseln von Erwachsenenwindeln, Windelhosen oder Fixierhosen ohne fremde Hilfe als sehr schwierig.

Aufsaugende Inkontinenzprodukte saugen den Urin zwar auf, aber eine dauerhafte Restfeuchte bleibt dennoch vorhanden. Diese begünstigt Geruchsbildung, Hautentzündungen und die Ansiedlung von Hautpilz. Hinzu kommt die Tatsache, dass es durch die dauerhaft sitzende Position zu Druckgeschwüren (Dekubitus) kommen kann.

Als Alternative benutzen viele Rollstuhlfahrer Blasenkatheter, um ihre Blase zu entleeren. Selbst wenn die Selbstkatheterisierung mit einem Einmalkatheter oder Dauerkatheter in einer sterilen Umgebung vorgenommen wird, hat sie oft zur Folge, dass sich Harnwegsinfekte bilden. Die dauerhafte Reizung der Harnröhre kann ebenfalls zu Entzündungen führen.

Das Urinalkondom – Eine Alternative zu Windeln oder Katheter

Verglichen mit aufsaugenden Hilfsmitteln ist das Urinalkondom, auch Kondomurinal genannt, relativ unbekannt. Bei Rollstuhlfahrern werden Urinalkondome jedoch seit den letzten Jahren zunehmend beliebter.

Wie bei einem klassischen Kondom, wird ein Kondomurinal über den Penis abgerollt. Der Urin wird direkt in einen Urinbeutel geleitet, der am Bein oder Rollstuhl befestigt wird. Der gesamte Genitalbereich bleibt trocken und der Betroffene kann die Inkontinenzhilfe selbst anbringen.

Beinbeutel fassen bis zu 1,3 Liter Flüssigkeit. Betroffene Patienten können den Urin nach Aufsuchen einer behindertengerechten Toilette den Urin über einen Ablasshahn selber ablassen. Der Medizinhandel bietet sogar für Rollstuhlfahrer ergonomisch geformte Beinbeutel an. Beispiesweise kann der SAUER Rollibeutel zwischen 0,7 und 1.3 Liter aufnehmen. Dabei bleibt er auch in gefülltem Zustand flach, sodass er bei etwas weiterer Hose nicht weiter auffällt.

Da kein Schlauch in die Harnröhre eingeführt werden muss, besteht keine hygienisch kritische Verbindung in die Blase hinein. Dadurch entfällt ein entscheidender Risikofaktor. Dadurch kann auch ein unsteriler Urinbeutel verwendet werden. Die Ableitung verfügt zudem über eine Rückflusssperre, so dass ein Überlaufen des Beutels unmöglich ist.

Wie werden Urinalkondome angewandt?

Ein Kondomurinal wird auf die Peniseichel gesetzt, über den Penis abgerollt und mit Hautkleber fixiert. Es gibt selbstklebende Kondomurinale und Varianten, die mit Fixierstreifen oder flüssigem Hautkleber festgeklebt werden.

Die selbstklebende Ausführung hat den Vorteil, dass der Kleber bei Lieferung schon sparsam und gleichmäßig verteilt ist. Wer den Kleber selbst aufträgt hat wiederum den Vorteil, dass die Größe der Klebefläche und die Menge des Klebers selbst bestimmt werden kann.

Einiger Anwender schwören auf das Festkleben mit Fixierstreifen. Diese haben außerdem den Vorteil, dass man bei ihrer Verwendung mit geringer Klebefläche auskommt. Bei wem also körperlich weniger Klebefläche zur Verfügung steht, dem seien Befestigungsstreifen empfohlen.

Für das Überziehen des Kondomurinals ist eine Teilerektion und gewisse Penisgröße von Vorteil. Mit dem ursian® Applikator funktioniert das Anlegen von Urinalkondom problemlos.

Obwohl das Risiko einer Latexallergie entstehen kann, gibt es neben den vielen Silikonprodukten noch Kondomurinal gibt es aus Silikon und aus medizinishem Naturlatex.

Fazit:

Urinalkondome sind für männliche Rollstuhlfahrer eine angenehme und hygienische Alternative. Im Vergleich zum Dauerkatheter ist ein Urinalkondom unbedenklicher. Durch die direkte Ableitung in einen Urinbeutel werden Geruchsbildung und Staunässe im Vergleich zu aufsaugenden Hilfsmitteln spürbar vermieden.

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